Basaltemperatur-Thermometer
Symptothermale Methode

Symptothermale Methode: Anhand dieser drei Merkmale kannst du deine fruchtbaren Tage ermitteln

Was ist die symptothermale Methode?

Die symptothermale Methode ist eine Möglichkeit zur Beobachtung des Zyklus. Sie kann unter anderem zur Verhütung oder zum Schwanger werden genutzt werden. Die symptothermale Methode basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen und arbeitet mit der Beobachtung von drei Fruchtbarkeitsmerkmalen: Der Basaltemperatur, dem Zervixschleim und der Beobachtung der Muttermunds.

Basaltemperatur, Zervixschleim und Muttermund: Diese drei Fruchtbarkeitsmerkmale sind bei der symptothermalen Methode ausschlaggebend.

NFP: Verhütung und Familienplanung zugleich

Die symptothermale Methode wird unter anderem im Rahmen der Natürlichen Familienplanung (kurz NFP) eingesetzt. NFP kann gezielt dazu genutzt werden, um zu verhüten und so eine Schwangerschaft zu vermeiden oder um beabsichtigt schwanger zu werden. Auf dieser Seite wird die Methode vorrangig im Hinblick auf die Zyklusbeobachtung beleuchtet.

Hinweis zur Anwendung

Falls du die symptothermale Methode selbst ausprobieren möchtest, ist das Einholen von weiteren Informationen sehr ratsam. Auf www.mynfp.de findest du jede Menge Basiswissen und Fakten zur Anwendung der Methode. Neben der Anwendung erfährst du hier auch viel über die einzelnen Regeln. 

Anwendung der Methode

Wie funktioniert die symptothermale Methode?

Bei der Zyklusbeobachtung mittels symptothermalen Methode werden die drei Fruchtbarkeitsmerkmale Basaltemperatur, Zervixschleim und Muttermund zur Beurteilung des Fruchtbarkeitsfensters und des Zyklusstatus herangezogen und beurteilt.

Warum „symptothermal“?

Wichtig: Die Bezeichnung „sympto-thermal“ im Namen bedeutet, dass neben der Temperatur ein weiteres Symptom (Veränderungen des Zervixschleims oder des Muttermunds) zur Auswertung hinzugezogen werden muss. Man beobachtet bei der symptothermalen Methode also immer mindestens zwei Merkmale.

Die Basaltemperatur ist essenziell bei der symptothermalen Methode. Sie kann sowohl mit der Beobachtung des Zervixschleims oder der des Muttermunds kombiniert werden.

Merkmal 1: Basaltemperatur

Aufwachtemperatur als Fruchtbarkeitsmerkmal

Während des Schlafs sinkt die Temperatur des menschlichen Körpers auf ein Minimum ab. Ihren niedrigsten Punkt erreicht sie direkt nach dem Aufwachen. Diese „Aufwachtemperatur“ wird als Basaltemperatur bezeichnet. Die Basaltemperatur dient bei der symptothermalen Methode als primäres Merkmal zur Ermittlung des Zyklusstatus und der Fruchtbarkeit.

Die Basaltemperatur wird direkt nach dem Aufwachen mit einem Thermometer gemessen. Achtung: Das Thermometer sollte für die Messung der Basalkörpertemperatur geeignet sein. Das bedeutet, die Temperatur muss auf mindestens eine Stelle nach dem Komma genau gemessen werden können. Am besten sind Thermometer, die die Temperatur auf zwei Nachkommastellen messen.


Welche Art von Thermometer ist geeignet?

Thermometer ohne Nachkommastellen, z.B. 36 °C
Nicht gut
Thermometer mit einer Nachkommastelle, z.B. 36,6 °C
Okay
Thermometer mit zwei Nachkommastellen, z.B. 36,67 °C
Optimal

Messung je nach Körperstelle

Achte bei der Messung darauf, dass du immer an derselben Körperstelle misst. Wenn du mit der oralen Messung im Mund anfängst, solltest du im weiteren Verlauf des Zyklus nicht einfach zur vaginalen Messung wechseln, da die Werte je nach Körperstelle unterschiedlich sein können.

Wie wichtig ist die Uhrzeit bei der Messung?

Die Aufwachzeit (bzw. die Messzeit) sollte immer in etwa gleich sein. Aber auch mit ein paar Stunden Unterschied sind noch aussagekräftige Messungen möglich. Am besten du probierst selbst aus, wie sehr sich die Uhrzeit auf deine Messwerte auswirkt, da dies von Frau zu Frau verschieden sein kann. Achte unabhängig von der Uhrzeit darauf, dass du mindestens 4 Stunden vor der Messung geschlafen hast.

Was sagt die Basaltemperatur über deinen Zyklus aus?

Mithilfe der Basaltemperatur kannst du deinen aktuellen Zyklusstatus ermitteln. Grund hierfür ist, dass die Basaltemperatur stark vom Hormon Progesteron beeinflusst wird. Du erinnerst dich: Progesteron ist das Hormon, das nach dem Eisprung produziert wird und für die Verdickung der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich ist. Es sorgt dafür, dass sich deine Körpertemperatur nach dem Eisprung um ca. 0,2 bis 0,3°C erhöht und bis zum Ende des Zyklus konstant hoch bleibt.

In der ersten Zyklushälfte befindet sich die Basaltemperatur auf einem niedrigen Niveau. Erst nach dem Eisprung steigt sie durch den Einfluss des Progesterons an.

Kurz vor Eintreten der Periode lässt sich häufig ein Temperaturabfall feststellen. Dies liegt daran, dass der Progesteronspiegel absinkt und somit auch die Basaltemperatur. Dies kann sehr praktisch sein: du weißt so im Voraus, an welchem Tag deine Periode kommt.

Achtung: Störfaktoren

Die Basaltemperatur ist ein sehr aussagekräftiges Merkmal im Hinblick auf die Zyklusbeobachtung. Trotzdem sollte sie nicht als alleiniges Merkmal genutzt werden. Dies liegt daran, dass sie sehr anfällig für Störfaktoren ist. Krankheiten oder unregelmäßige Schlafenszeiten können schnell zu starken Schwankungen bei den Messwerten führen und so die Auswertung verfälschen. Diese Störfaktoren gibt es:

Merkmal 2: Zervixschleim

Ein weiteres Fruchtbarkeitsmerkmal der symptothermalen Methode ist die Beschaffenheit des Zervixschleims. Der Zervixschleim ändert je nach Zyklusphase und Einfluss der Hormone Östrogen und Progesteron seine Konsistenz und kann so zur Beurteilung des Zyklusstatus genutzt werden.

Konsistenz und Aussehen des Zervixschleims

Die Menge des vorhandenen Zervixschleim ist zu Beginn des Zyklus noch sehr gering. Der vorhandene Zervixschleim ist zudem eher trocken. Die Trockenheit ist auf die niedrige Konzentration der beiden Hormone Östrogen und Progesteron zurückzuführen. Im Laufe der ersten Zyklushälfte steigt die Menge des Zervixschleims konstant an und der Schleim selbst ändert seine Konsistenz. Anfangs ist er weißlich oder trüb und eher dicklich, cremig oder zäh. Je mehr Östrogen produziert wird, desto flüssiger ist der Zervixschleim.

Umso mehr Östrogen produziert wird, desto flüssiger ist der Zervixschleim.

Während der fruchtbaren Phase um den Eisprung herum erreicht der Zervixschleim seinen Höhepunkt. Hier ist er klar, glasig, durchsichtig oder dehnbar und fühlt sich feucht oder schlüpfrig an. Nach dem Eisprung geht die Menge des Zervixschleims in der Regel wieder zurück.

Hoher Östrogenspiegel = viel Zervixschleim

Am offensichtlichsten ist der Zervixschleim in den Tagen vor dem Eisprung. Er kann aber immer dann auftreten, wenn das Östrogenlevel in deinem Körper hoch ist. Daher kannst du auch mehrmals im Zyklus viel Zervixschleim sehen. Wenn du in der zweiten Zyklushälfte viel Östrogen und zu wenig Progesteron produzierst, kann auch hier erneut Zervixschleim auftreten.

Merkmal 3: Muttermund

Als Alternative zum Zervixschleim kannst du im Rahmen der symptothermalen Methode auch die Position und Beschaffenheit deines Muttermunds beobachten. Der Muttermund ist der untere Teil der Gebärmutter. Er ändert im Laufe des Zyklus seine Position und Weichheit und kann mit den Fingern mit etwas Übung ertastet werden.

Als Muttermund wird der untere Teil der Gebärmutter bezeichnet.

Veränderungen am Muttermund

Normalerweise ist der Muttermund hart, geschlossen und ragt tief in die Scheide hinein. Von hier kann er mit den Fingern gut ertastet werden. Dies ändert sich in den Tagen vor dem Eisprung. Hier wandert er nach oben, wo er weniger gut tastbar ist. Zudem wird er weicher und öffnet sich leicht. Nach dem Eisprung geht er wieder in seine ursprünglichen Zustand über – er schließt sich und sinkt erneut ab.