Pillenblister
Hormonelle Verhütung

Antibabypille: Diese verschiedenen Pillenarten gibt es

Darum ist die Pille so beliebt

Die Antibabypille gehört zu den am häufigsten verwendeten Verhütungsmethoden in Deutschland. Die Anwendung der Pille ist enorm einfach und erfordert außer etwas Konsequenz keine besonderen Kenntnisse. Daneben gilt sie als sehr sichere Verhütungsmethode, da sie einen niedrigen Pearl Index von 0,1-0,9 besitzt.

Der Pearl Index ist ein Maß zur Beurteilung der Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode. Der Wert des Pearl Index gibt die Anzahl der Frauen an, die trotz Verhütung innerhalb eines Jahres schwanger geworden sind. Referenzwert des Pearl Index ist die Zahl 100. Das bedeutet, dass bei einem Pearl Index von 2 insgesamt 2 von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Verhütung schwanger geworden sind.

Der Pearl Index ist ein Maß zur Beurteilung der Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode. Je kleiner die Zahl, desto sicherer ist die Methode.

Die Wirkungsweise der Pille

Das Funktionsprinzip der Antibabypille basiert darauf, die körpereigenen Hormone des weiblichen Körpers abzuschalten und stattdessen mit synthetischen Hormonen zu ersetzen. Die synthetischen Hormone in der Pille beeinflussen den Körper sowie die darin ablaufenden Vorgänge so, dass eine Schwangerschaft verhindert wird.

Diese Effekte erzielt die Pille im weiblichen Körper

    • Unterdrückung der Eireifung und des Eisprungs
    • Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut und deren Aufbau
    • Veränderung der Konsistenz des Zervixschleims
    • Beeinflussung der Beweglichkeit des Eileiters

Diese Pillenarten gibt es

Es gibt zwei verschiedene Arten der Antibabypille: Die Mikro-Pille (Kombinationspräparat) und die Mini-Pille (Monopräparat). Die beiden Pillenarten unterscheiden sich in der Zusammensetzung und Dosierung der Hormone sowie in ihrer Anwendung.

Mikro-Pille: Präparat mit Östrogen & Gestagen

Mini-Pille: Präparat mit Gestagen

Vermarktung

Von beiden Pillenarten gibt es auf dem Markt zig verschiedene Marken. Je nach Dosierung und Hersteller werden die Pillen unter verschiedenen Namen vermarktet. Meist tragen sie weiblich klingende Namen wie Yasmin, Bellissima oder Valette.

Mikro-Pille

Die klassische Pille: Eine Kombination aus Östrogen und Gestagen

Bei der Mikro-Pille (auch Kombi-Pille oder kombinierte Pille) handelt es sich um ein Präparat, das aus zwei künstlichen Hormonen besteht: Einem synthetischen Östrogen und einem Gestagen. Die meisten kombinierten Pillen enthalten das synthetische Östrogen Ethinylestradiol. Als Gestagen wird häufig der synthetische Wirkstoff Levonorgestrel verwendet.

Die Mikro-Pille ist eine Kombination aus einem synthetischen Östrogen (meist Ethinylestradiol) und einem Gestagen.

Einnahme der Mikro-Pille

Die Anwendung der Mikro-Pille beginnt mit einer 21-tägigen Einnahmephase. Bei erstmaliger Einnahme beginnt die Anwendung am ersten Tag der Menstruationsblutung. Auf die Einnahmephase folgt eine Pause von 7 Tagen. Während dieser Einnahmepause findet die Entzugsblutung statt, die durch das Absinken des Hormonspiegels verursacht wird. Anschließend folgt die erste Tablette der neuen Blisterpackung.


Die Tageszeit der Einnahme kann frei gewählt werden. Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Einnahme jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit erfolgt.

So schützt die Mikro-Pille vor einer ungewollten Schwangerschaft:

Es findet eine Unterbindung der Eireifung und des Eisprungs statt.

Der Zervixschleim verändert seine Konsistenz, sodass Spermien nicht mehr durch kommen.

Die Gebärmutterschleimhaut baut sich nur ungenügend auf.

Die Wirkstoffe in der Mikro-Pille sorgen dafür, dass die Reifung des Eis unterbunden und der Eisprung verhindert wird. Zudem wird die Beschaffenheit des Zervixschleim durch den Gestagen-Anteil in der Pille so verändert, dass keine Spermien in die Gebärmutter gelangen können. 

Daneben verhindern die Wirkstoffe in der Mikro-Pille den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Falls doch eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter gelangen sollte, hat sie keine Möglichkeit sich einzunisten.

 

Warum „Mikro“-Pille?

Früher waren bei der Antibabypille sehr hohe Dosierungen üblich. Da hierdurch vermehrt Nebenwirkungen eintraten, reduzierte man die Konzentration der Wirkstoffe in der Pille nach und nach. Heutzutage besitzen die gängigen Pillen auf dem Markt nur noch maximal 50 Mikrogramm Östrogen pro Tablette – daher der Name Mikro-Pille.

Mini-Pille

Gestagen als einziger Wirkstoff

Bei der Mini-Pille (auch Gestagen-Pille) handelt es sich um ein Präparat, das im Gegensatz zur Mikro-Pille nur Gestagen enthält und vollständig auf Östrogen verzichtet. Als Gestagen wird in der Mini-Pille meist Levonorgestrel oder Desogestrel verwendet.

Die Mini-Pille enthält als alleinigen Wirkstoff Gestagen und verzichtet vollständig auf Östrogen.

Einnahme der Mini-Pille

Die Anwendung der Mini-Pille unterscheidet sich stark von der der Mikro-Pille. Im Gegensatz zur Mikro-Pille findet bei der Mini-Pille keine Pillen-Pause statt. Sobald die alte Blisterpackung leer ist, folgt die erste Tablette der neuen Packung.

Auch das Einnahmefenster ist bei der Mini-Pille kürzer als bei der Mikro-Pille. Für die meisten Mini-Pillen gilt ein Einnahmefenster von 3 Stunden. Eine Ausnahme bildet die Mini-Pille mit dem Wirkstoff Desogestrel. Diese kann bis zu 12 Stunden nach der regulären Einnahmezeit eingenommen werden – ohne Beeinträchtigung des Schutzes.

So schützt die Mini-Pille vor einer ungewollten Schwangerschaft:

Der Zervixschleim verändert seine Konsistenz, sodass Spermien nicht mehr durchkommen.

Die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht genügend auf.

Das Gestagen in der Mini-Pille sorgt dafür, dass sich die Beschaffenheit des Zervixschleims verändert. Dies hat zur Folge, dass Spermien nicht mehr so einfach eindringen können. Zudem beeinflussen die Wirkstoffe der Pille den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verhindern so eine mögliche Einnistung der Eizelle.

Die Mini-Pille mit dem Wirkstoff Desogestrel verhindert im Gegensatz zum Präparat mit Levonorgestrel zusätzlich noch den Eisprung und sorgt somit für einen noch besseren Schutz.

Anwendung auch während des Stillens möglich

Die Mini-Pille kann im Gegensatz zur Mikro-Pille auch während der Stillzeit zur Verhütung angewendet werden. Der Grund hierfür ist, dass in der Mini-Pille kein Östrogen vorhanden ist, welches die Menge und Zusammensetzung der Muttermilch verändern kann.