pillen blister
Hormonelle Verhütung,  Weiblicher Zyklus

Zyklus bei Pilleneinnahme: Darum ist ein Pillen Zyklus kein richtiger Zyklus

Pillen Zyklus vs. natürlicher Zyklus

Natürliche Hormone und ihr positiver Einfluss

Bei einem natürlichen Zyklus produziert der weibliche Körper im Laufe des Zyklus die beiden Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Diese sind für einen geregelten Ablauf im Körper verantwortlich und sorgen dafür, dass du fruchtbar bist. Des Weiteren haben sie positive Auswirkungen auf deine Stimmung, deine Schilddrüse und deinen Stoffwechsel.

Pseudo-hormonelle Wirkstoffe

Auch in der Pille sind Hormone enthalten. Bei diesen Hormonen handelt es sich aber nicht um körpereigene Hormone, sondern um pseudo-hormonelle Wirkstoffe. Solche Wirkstoffe werden auch als synthetische Hormone bezeichnet. Bei synthetischen Hormonen handelt es sich um künstlich hergestellte Wirkstoffe, die so aufgebaut sind, dass sie wie körpereigene Hormone am Zellrezeptor andocken können. 

In der Pille sind anstelle von echten Hormone synthetische Hormone enthalten.

Pille als beliebtes Verhütungsmittel

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Mittel, die zur hormonellen Verhütung angewandt werden können. Diese Mittel unterscheiden sich sowohl in ihrer Anwendung als auch in ihrer Zusammensetzung und Dosierung. Eines der beliebtesten Verhütungsmittel in Deutschland ist die Antibabypille. Laut einer im November 2019 von der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) veröffentlichten Studie, nutzen 47 % der sexuell aktiven Frauen und Männer die Antibabypille als Verhütungsmethode.

Pillen Zyklus

Die Antibabypillen wird in zwei gängige Präparate unterschieden: Die Kombinationspille (auch Mikro-Pille) und die reine Gestagenpille (auch Mini-Pille). Kombinationspillen enthalten zwei Wirkstoffe: Synthetisch hergestelltes Östrogen und Gestagen. Bei Gestagenpillen wird auf das synthetische Östrogen verzichtet.
 

Die Mikro-Pille enthält als Ersatz für das körpereigene Hormon Progesteron den Wirkstoff Levonorgestrel. Levonorgestrel zählt zu den Gestagenen. Gestagene (oder auch Progestine) sind synthetisch erzeugte Derivate, die dem natürlichen Hormon Progesteron nachempfunden sind.

Levonorgestrel ≠ Progesteron

Bei Gegenüberstellung des synthetischen Hormons Levonorgestrel und seinem natürlichen Gegenspieler Progesteron werden großen Unterschiede hinsichtlich der molekularen Struktur deutlich.

Aufgrund der Unterschiede in der Molekular-Struktur ist es auch nicht verwunderlich, dass die beiden Wirkstoffe unterschiedliche Einflüsse auf den Körper haben können. Progesteron wird eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn nachgesagt. Das synthetische Hormon Levonorgestrel wird hingegen mit Angststörungen und Unruhe in Verbindung gebracht. Auch wenn die synthetischen Hormone genau wie natürliche Hormone an den Zellrezeptoren andocken können, unterscheidet sich ihre Wirkung im Körper stark voneinander.

Unterdrückung der natürlichen Hormonproduktion 

Ein weiterer negativer Nebeneffekt von künstlichen Hormonen ist, dass sie die Hormonproduktion deiner natürlichen Hormone unterdrücken. Da die Hormonproduktion während der Anwendung hormoneller Verhütungsmittel runtergedrosselt wird, dauert es häufig auch einige Wochen bis Monate nach dem Absetzen bis sich das Zusammenspiel von natürlichem Östrogen und Progesteron wieder voll und ganz eingependelt hat.

Durch Einnahme der Pille wird die natürliche Hormonproduktion unterdrückt.

Blutung = nicht gleich Periode

Periode als natürlicher Vorgang

Bei einem natürlichen Zyklus findet am Ende der Follikelphase der Eisprung statt. Infolge des Eisprungs wird vermehrt das Geschlechtshormon Progesteron ausgeschüttet, welches dafür sorgt, dass die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung des Eis vorbereitet wird. Findet keine Befruchtung statt, sinkt die Konzentration des Hormons Progesteron im Körper und die Gebärmutter beginnt damit, die Schleimhaut abzustoßen: Die Periodenblutung tritt ein.

Die Blutung des Pillen Zyklus ist keine echte Periode

Bei Einnahme der Pille oder der Anwendung einer anderen hormonellen Verhütungsmethode findet keiner dieser natürlichen Vorgänge statt. Daher ist die Blutung beim Zyklus mit hormoneller Verhütung auch nicht mit einer echten Periode vergleichbar.

Wie entsteht die Blutung bei Einnahme der Pille?

Die Blutung bei Einnahme der Pille wird durch den Stopp der künstlichen Hormone verursacht und hat nichts mit einer natürlichen Periode zu tun. Aufgrund des Entzugs der Hormone wird die Pillenblutung häufig auch als Entzugsblutung oder Abbruchblutung bezeichnet.

Die Pillenblutung entsteht durch den Entzug der künstlichen Hormone und hat nichts mit einer natürlichen Periodenblutung gemeinsam.

Warum dann alle 28 Tage?

Der eigentliche Grund für den 28-Tage-Rhythmus ist banal: bei der Anwenderin der Pille soll hierdurch der Eindruck entstehen, dass sie einen normalen Zyklus besitzt. Mithilfe der Pillenblutung wird sozusagen versucht, den Ablauf eines natürlichen Zyklus nachzuahmen.
 

In der Realität ist es jedoch so, dass die Pillenblutung nicht unbedingt notwendig ist und vor allem nicht alle 28 Tage auftreten muss. Genau genommen gibt es also keinen medizinischen Grund, bei hormoneller Verhütung jeden Monat zu bluten.

Aus medizinischer Sicht gibt es keinen Grund bei hormoneller Verhütung jeden Monat zu bluten.

Dünne permanente Gebärmutterschleimhaut

Grund hierfür ist, dass sich bei Pilleneinnahme im Gegensatz zu einem normalen Zyklus nur eine dünne, permanente Gebärmutterschleimhaut aufbaut, die nicht ausgeschieden werden muss. Selbst wenn man die Pille durchnimmt, bleibt die Schleimhaut in ihrem gleichbleibenden dünnen Zustand, sodass sich kein Ei einnisten kann.