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Weiblicher Zyklus

Ausbleiben der Periode: Das können die Gründe dafür sein

Keine Periode in Sicht

Ein regelmäßiger Zyklus dauert im Normalfall zwischen 21 und 35 Tagen. Wenn die Zykluslänge diese Zeitspanne überschreitet, spricht man von einem unregelmäßigen Zyklus. Zyklen, die ein paar Tage länger als normal dauern, kommen in der Realität sehr häufig vor.

Wenn die Periode auf sich warten lässt

Es kann jedoch auch sein, dass die Periode nicht nur ein paar Tage länger dauert, sondern stattdessen wochenlang oder gar monatelang auf sich warten lässt. Ist dies bei dir der Fall, solltest du zunächst herausfinden, welche Ursache dafür infrage kommt und ob diese Ursache natürlichen Ursprungs ist oder einem anderen Auslöser zugrunde liegt.

Ausbleiben der Periode: Natürliche Gründe

In gewissen Situationen kommt es vor, dass die Periode ausbleibt, ohne dass es dafür eine krankhafte Ursache gibt. Natürliche Gründe für eine ausbleibende Periode sind unter anderem:

    • Eine bestehende Schwangerschaft
    • Die Stillzeit
    • Der Beginn der Wechseljahre

Fehlende Periode als Anzeichen für eine Schwangerschaft

Ein natürlicher Grund für das Ausbleiben der Periode ist eine bestehende Schwangerschaft. Falls deine Periode ausbleibt und du eine mögliche Schwangerschaft nicht ausschließen kannst, solltest du als erstes einen Schwangerschaftstest machen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Keine Periode und ein negativer Test. Kann ich trotzdem schwanger sein?

Das hängt davon ab, wie lange der Test her ist. Wenn der negative Schwangerschaftstest bereits einige Monate her ist, kannst du mittlerweile schwanger geworden sein. In der Zwischenzeit könnte nämlich ein Eisprung stattgefunden haben. Wenn du dann noch ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest, besteht die Möglichkeit, dass sich die befruchtete Eizelle in der Zwischenzeit eingenistet hat.

Ausbleiben der Periode während der Stillzeit

Auch während der Stillzeit kommt es vor, dass die Periode auf sich warten lässt. Grund hierfür ist die hormonelle Umstellung, die der weibliche Körper nach der Geburt durchmacht. Zudem wird während der Stillzeit vermehrt das Hormon Prolaktin produziert, welches den Eisprung verhindert.

Das Hormon Prolaktin sorgt dafür, dass die Drüsen in der Brust Milch produzieren. Zudem verhindert es einen Eisprung.

Wechseljahre als Grund für fehlende Periode

Ein weiterer natürlicher Grund für das Ausbleiben der Menstruation ist der Beginn der Wechseljahre (auch Menopause). Der Beginn der Menopause ist größtenteils genetisch vorgegeben und findet für gewöhnlich ab einem Alter von 45 Jahren statt.

Was, wenn keine natürliche Ursache infrage kommt?

Wenn deine Periode ausbleibt und dafür keine der natürlichen Ursachen in Frage kommen, bist du sehr wahrscheinlich von einer sogenannten Amenorrhoe betroffen.

Ausbleiben der Periode: Amenorrhoe

Krankhaft bedingte Ursache für das Ausbleiben der Periode

Wenn eine Schwangerschaft und sonstige natürliche Ursachen ausgeschlossen werden können und die Periode trotzdem ausbleibt, spricht man in der Gynäkologie von einer Amenorrhoe (auch Amenorrhö).

Das Ausbleiben der Periode wird als Amenorrhoe bezeichnet.

Die Amenorrhoe zählt zu den am häufigsten vorkommenden Zyklusstörungen und kann eine enorme psychische Belastung für betroffene Frauen darstellen, da das Fehlen der Regelblutung mit verminderter Fruchtbarkeit gleichgesetzt wird.

Die Amenorrhoe wird nach Zeitpunkt des Auftretens in zwei Formen unterschieden:

    • Primäre Amenorrhoe: Eine primäre Amenorrhoe liegt vor, wenn bis zum 16. Lebensjahr noch keine Periode eingetreten ist.
    • Sekundäre Amenorrhoe: Eine sekundäre Amenorrhoe liegt vor, wenn bereits ein regelmäßiger Zyklus vorhanden ist, die Periode jedoch länger als 3 Monate fern bleibt.

Ursachen für eine Amenorrhoe

Je nach Art der Amenorrhoe kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Während bei einer primären Amenorrhoe meist eindeutige körperliche Auslöser (z.B. Hormonstörungen oder Fehlbildungen) für das Ausbleiben der Regelblutung verantwortlich sind, können die Auslöser bei einer sekundären Amenorrhoe vielfältig sein.

Mögliche Auslöser einer sekundären Amenorrhoe können sein:

    • Psychischer Stress
    • Physischer Stress (z.B. Reisen)
    • Unter- oder Mangelernährung
    • Unter- oder Übergewicht
    • Extremes Sportpensum
    • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsenunterfunktion)
    • Medikamente
    • Absetzen der Pille

Gründe für eine Amenorrhoe

Stress als Ursache

Der Zyklus ist ein Zusammenspiel aus vielen Prozessen und Wirkmechanismen, die fein aufeinander abgestimmt sind. Wird das Zusammenspiel gestört, kann dies dazu führen, dass kein Eisprung stattfindet. Stress – sowohl psychisch als auch physisch – ist einer der häufigsten Auslöser für eine sekundäre Amenorrhoe. In stressigen Situationen werden vom Körper vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, die wiederum das Zusammenspiel der Geschlechtshormone stören und so die Hormone aus ihrem Gleichgewicht bringen.

Stresshormone stören das natürliche Gleichgewicht des Hormonhaushalts.

Daher ist es bei Ausbleiben der Periode sehr wichtig, Stress im Alltag zu reduzieren und genügend Zeit für Entspannung einzubauen. Nur so kann sich das Hormongleichgewicht wieder regulieren, welches wiederum die Voraussetzung für eine regelmäßige Periode ist.

Notzustand durch Mangelernährung

Sowohl die Ernährung als auch starke Gewichtsschwankungen und Untergewicht können zum Ausbleiben der Periode führen.
 
Bei einer Mangelernährung befindet sich der Körper in einer Art Notzustand. In diesem Zustand hat die Aufrechterhaltung der für ihn relevanten Prozesse höchste Priorität. Die Fortpflanzung ist für den Körper in dieser Situation hingegen nicht lebensnotwendig, weshalb sie hinten angestellt wird.

Die Aufrechterhaltung relevanter Prozesse hat bei einer Mangelernährung höchste Priorität für den Körper.

Der Körper weiß sozusagen, dass es in einem solchen Mangelzustand keine gute Idee wäre, eine Schwangerschaft auszutragen und verhindert daher einen Eisprung.

Niedriger Körperfettanteil führt zu verminderter Hormonproduktion

Bei Untergewicht verhält es sich ähnlich. Zudem kann es bei einem zu niedrigen Körperfettanteil zu Problemen bei der Produktion von Geschlechtshormonen kommen. Diese Hormone sind wiederum für die Eireifung und den Eisprung essentiell, weshalb der Eisprung bei Untergewicht oder einem sehr niedrigen Körperfettanteil häufig ausbleibt.

Stress durch Sport oder Gewichtsschwankungen

Starke Gewichtsschwankungen oder ein enormes Sportpensum bedeuten Stress für den Körper, was uns wieder zu dem Problem mit den Stresshormonen und dem Hormonungleichgewicht führt

Gewichtsschwankungen und ein hohes Sportpensum können Stresshormone fördern.

Wie du siehst, gibt es im Bereich Ernährung, Sport und Gewicht viele Einflussfaktoren, an denen du arbeiten kannst, wenn deine Periode ausbleibt und keine Krankheit vorliegt.

Erkrankungen des Stoffwechsels

Neben Stress und der Ernährung können auch Krankheiten für das Ausbleiben der Periode verantwortlich sein. Insbesondere Stoffwechselerkrankungen wie z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion können den natürlichen Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert der Körper zu wenig Schilddrüsenhormone. Erst wenn die Störung medikamentös behandelt wird, kann sich der Hormonhaushalt wieder regulieren. Daher ist es wichtig, dass du bei vorhandener Krankheit regelmäßig kontrollieren lässt, ob du optimal eingestellt bist.


Post Pill Amenorrhoe

Viele Frauen sind nach Absetzen der Pille von einer sogenannten Post Pill Amenorrhoe betroffen. Bei dieser Art von Amenorrhoe bleibt die Periode nach Absetzen der künstlichen Hormone mehrere Monate oder gar ein ganzes Jahr aus.

Bei der Post Pill Amenorrhoe bleibt die Periode mehrere Monate nach Absetzen der Pille aus.

Einstellung der Hormonproduktion während der Pilleneinnahme

Während der Einnahme der Pille wird der Körper mit synthetischen Hormonen versorgt, weshalb er die eigene Hormonproduktion einstellt. Nach Absetzen der Pille muss die eigene Hormonproduktion erst wieder anlaufen, was dazu führen kann, dass zunächst kein Eisprung stattfindet und somit auch keine Periodenblutung eintritt.